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Niederösterreich

Verbot für Ölheizungen vor Beschluss

Der Einbau neuer Ölheizungen soll ab 2019 verboten werden. Ein entsprechendes Gesetz dürfte mit den Stimmen der ÖVP in der nächsten Landtagssitzung am Donnerstag beschlossen werden. Das Verbot findet aber nicht nur Zustimmung.
In etwa 100.000 Häusern und Wohnungen in Niederösterreich wird mit Öl geheizt. Seit dem Klimaschutzabkommen von Paris, das seit November 2016 in Kraft ist, kommen Ölheizungen aber immer mehr unter Druck. „Man hat in Paris beschlossen, dass wir den totalen Ausstieg aus der fossilen Energie, sprich Erdöl wollen“, sagt dazu Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).
„Ölkessel sind die größten Klimakiller“

Zeitlich habe man das Jahr 2050 vor Augen, so Pernkopf: „Deshalb sagen wir: Wenn jemand ein Haus neu baut, hat ein Ölkessel darin nichts verloren. Ölkessel sind die größten Klimakiller, das können wir nicht brauchen.“ Niederöstereich wäre das erste Bundesland mit einem entsprechenden Verbot.

Das geplante Verbot findet aber nicht nur Zustimmung. Das Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) sammelt zum Beispiel Unterschriften, um entsprechende Gesetz zu verhindern, sagt Geschäftsführer Martin Reichard: „Wir werden den Politikern diese Unterschriften vorlegen, damit die Politik weiß, was sie mit diesen Maßnahmen tut, weil wir der Meinung sind, dass die Bevölkerung nicht für ein solches Verbot ist.“
Land schütze Mieter und Eigentümer

Dem entgegnet der Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur des Landes, Herbert Greisberger: „Ich verstehe die Vorgehensweise des IWO als Lobbyisten für Ölheizungen, das ist ihre Aufgabe und ihr Geschäft, aber das Land Niederösterreich schützt hier die Mieter und Eigentümer von Gebäuden.“

So sei Öl nicht nur klimaschädlich, sondern auch teuer, argumentiert Greisberger: „Wenn man sich ein typisches Einfamilienhaus, das mit Öl beheizt wird, ansieht, so hatten die Bewohner im heurigen Jahr alleine aus dem Preisanstieg beim Öl um 290 Euro höhere Heizkosten als im Vorjahr.“
Verbot durch Änderung der Bauordnung

IWO-Geschäftsführer Reichard wiederum geht es darum, dass Wohnungs- und Hausbesitzer frei entscheiden können: „Es gibt hier spezielle Fälle in entlegenen Gegenden oder wo man einfach einen höheren Energiebedarf hat, wo es durchaus Sinn machen würde, eine Ölheizung einzusetzen und diesen Menschen gestattet man es dann nicht mehr, das zu tun.“

Die Standpunkte sind je nach Standort also völlig unterschiedlich. Mit den Stimmen der ÖVP dürfte das Verbot neuer Ölheizungen ab dem Jahr 2019 bereits am Donnerstag dennoch beschlossen werden: „Das betrifft keine bestehenden Bauten, sondern gilt nur für Neubauten und da halte ich es für verantwortungsvoll, dass man hier sagt: Bitte keinen Ölkessel mehr einbauen, das ist keine Zukunft“, sagt Pernkopf. Rechtlich soll das Verbot durch eine Änderung der Bauordnung in Kraft gesetzt werden.
Quelle nö orf
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