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Supermärkte verkaufen immer mehr Mogelpackungen

Konsumentenschützer prangern Mogelpackungen an: Noch immer wird den Kunden jede Menge Luft verkauft.
Anfangs reichte der Becher Sauerrahm für das Creme-Gemüse, aber irgendwann war es nur noch ein Süppchen – Konsumenten merken recht spät, wenn der Handel die Verpackungsgrößen bei gleichem Inhalt ändert, nämlich erst nach dem Kauf. Für den VKI ist klar, wie er in seiner aktuellen Ausgabe Konsument schreibt: Nur wer im Supermarkt stets die Preise vergleicht und die jeweiligen Füllmengen im Kopf hat, erkennt die Tricksereien der Hersteller. Alle anderen stellen irgendwann verblüfft fest, dass ihre Lieblingskekse bei gleicher Füllmenge plötzlich in einer größeren Verpackung verkauft werden und auch mehr kosten.

Es ist acht Jahre her, dass die EU die bis dahin gültigen Einheitsgrößen abgeschafft hat. Der Gesetzgeber wollte bisher das Problem nicht angehen: In Deutschland gibt es hingegen eine Leitlinie über den Befüllungsgrad von Verpackungen – Verpackungen dürfen nicht mehr als 30 Prozent Luft beinhalten. Die Breakfast Cereal Associaton gibt laut dem VKI eine ähnliche Empfehlung für Verpackungen mit Frühstücksflocken ab.

Klagen oft erfolglos
Jedem steht offen, gegen unlauteren Wettbewerb zu klagen, das Gericht könnte dann Schritte zur Unterlassung einleiten. Die Rechtsabteilung des VKI würde immer wieder klagen, aber die Experten würden mit ihren Argumenten nicht durchkommen. Würde das Gericht der Sicht der Konsumentenschützer folgen, müsste das Produkt vom Markt genommen werden. Die Frage, an deren Beantwortung Richter oft scheitern: Was ist eine Mogelpackung? Derzeit ist ein Fall anhängig, wo ein bekannter Snackhersteller wenig Gemüsechips in eine überdimensionierte Schachtel füllt. Den VKI stört zudem, dass das Produkt in Wort und Bild mit Gemüse wirbt, obwohl es nur Gemüsepulver enthält.

Der VKI hatte vor einigen Monaten dazu aufgerufen, Beispiele für Mogelpackungen zu suchen und zu melden. Auch auf der Plattform lebensmittel-check.at sind Mogelpackungen ein Dauerbrenner. Beispiele mit starker Aussagekraft sind in der aktuellen Ausgabe des Konsument abgedruckt, ein besonders brisantes für unterschiedliche Packungsgrößen betrifft Chips: Die etwas breitere Verpackung von Clever enthält fast doppelt so viel Ware wie jene von Alnatura: 200 g liefert die Eigenmarke von Rewe, nur 125 g sind es dagegen bei der Bio-Marke. Alnatura antwortet auf Nachfragen des VKI: "Es handelt sich nicht um eine Mogelpackung! Ein gewisser Luftraum im Sackerl ist notwendig, um die zerbrechlichen Chips zu schützen. Wäre dieser Luftraum nicht vorhanden, würde der Verbraucher im Sackerl nur noch Krümel vorfinden."

Ein weiteres Beispiel betraf eine Teepackung von Starbucks – die zwölf Teebeutel füllten den Karton gerade einmal zur Hälfte aus. Die PR-Abteilung antwortete auf die Kritik: "Wir sind bestrebt, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, und werden das globale Verpackungsdesign überprüfen." 
Quelle kurier
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