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Oberwaltersdorf

Neue Wege im Kampf gegen Mobbing

Jedes vierte Schulkind wurde schon einmal gemobbt. Um Mobbing vorzubeugen, hat die Neue Mittelschule in Oberwaltersdorf „Peer Mentoring“ eingeführt. Dabei geht es um Kommunikation und Empathie.
Mobbing in der Schule, also Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft, ist für Kinder und Jugendliche eine große psychische Belastung. Betroffen sind häufig auch die Eltern, da sie der schwierigen Situation oft hilflos gegenüberstehen. Die Neue Mittelschule in Oberwaltersdorf setzt nun auf positive Kommunikation zwischen den Kindern. Diese wird den Schülerinnen und Schülern durch sogenanntes „Peer Learning“ vermittelt.

Kinder lernen Gefühle der Mitschüler zu verstehen
In den Kursen, die zusätzlich zum Regelunterricht angeboten werden, wird den Kindern spielerisch die richtige Kommunikation, Empathie und Verständnis für den anderen vermittelt. Die Kinder lernen sowohl ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu formulieren, als auch die Bedürfnisse des anderen zu verstehen, und darauf einzugehen.

„Wenn jemand streitet, dann schaue ich, ob ich helfen kann,“ so ein Schüler der ersten Klasse, „manchmal klappt das schon sehr gut.“ Kommunikation wird beim „Peer Learning“ in Giraffen- und Wolfssprache geteilt. Die Giraffensprache ist dabei das positive und freundliche Sprechen miteinander und die Wolfssprache ist die rüde und negative Sprache.

Mobbing Schule Peer MentoringORF
Während die jüngeren Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen den richtigen Umgang mit Kommunikation lernen, können sich die älteren Kinder der dritten und vierten Klassen zu Peer Mediatorinnen und Mediatoren ausbilden lassen.

Ältere Schüler als Streitschlichter
Die Mitschüler aller Altersklassen können sich in einer Konfliktsituation an die ausgebildeten Peer Mediatoren wenden. In einem vertraulichen Gespräch wird dann zwischen den Peer Mediatoren und den Betroffenen geklärt, wie man einen Konsens finden kann. Das Lehrpersonal ist dabei nicht involviert. Die Kinder und Jugendlichen sollen so lernen Konflikte auf Augenhöhe zu lösen.

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„Kinder achten darauf, wie sie kommunizieren“
„Wir sind hier keine Wunderwuzzis, auch bei uns gibt es Streitsituationen in den Klassen und Ausgrenzung“, sagt Schulleiterin Andera Kohlhauser, „aber durch dieses Peer Learning und Mentoring ist das viel seltener geworden. Gewalt beginnt schon mit der Sprache und unsere Kinder achten besonders darauf, wie sie kommunizieren.“ So können die Schüler schon ab der ersten Klasse Gefühle und Gedanken deutlich ausdrücken. Traurig zu sein und Schwäche zu zeigen, ist kein Tabu, sondern ein Grund zu helfen.

Die Eltern seien von dem Konzept begeistert, sagt die Schulleiterin. „Die Kinder weisen selbst Mama und Papa zu Hause darauf hin, dass sie miteinander manchmal in der Wolfssprache sprechen“, schildert Kohlhauser. „Sie nehmen das Peer Mentoring und demnach die positive Kommunikation also auch mit nach Hause.“
Quelle Barbara Tschandl, noe.ORF.at
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