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Ebreichsdorf

Gemeinde unterstützt Langzeitarbeitslose

19 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre haben seit dem Start der „Aktion 20.000“ im Bezirk Baden Anfang Juli einen neuen Job gefunden. Gemeinden oder gemeinnützige Organisationen können Personal aufnehmen, das der Bund finanziert.
Mehr als ein Jahr lang suchte Michaela Heindl einen neuen Job. Seit vergangener Woche unterstützt die 56-Jährige das Stadtmarketing der Gemeinde Ebreichsdorf. „Für mich ist es jetzt schon eine Umstellung, aber auf jeden Fall eine positive“, sagt sie im Gespräch mit noe.ORF.at. Heindl ist eine von 19 Männern und Frauen, die von der „Aktion 20.000“ bereits profitierten, 76 weitere sollen in den nächsten Wochen folgen. Der Bezirk Baden ist in Niederösterreich Pilotregion.

Das Ziel der Aktion ist es die Zahl der Langzeitarbeitslosen über 50 Jahren zu halbieren. In Niederösterreich waren zuletzt 10.162 Personen betroffen. Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) sprach bei einem Pressegespräch am Dienstag aber nicht nur von einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme, sondern auch von einer wirtschaftspolitischen: „Weil Beschäftigte, die kollektivvertraglich bezahlte Jobs haben, in weiterer Folge auch einkaufen gehen und damit die heimische Wirtschaft ankurbeln.“

Bedarf an Arbeitsplätzen bei Gemeinden
Zudem gelte es, deren Know-how zu nützen, heißt es. Arbeitslosenstatistiken geben Zahlen wieder, aber „in einer Gemeinde haben diese Menschen ein Gesicht“, sagte Stöger. Es gebe einen Bedarf an Arbeitsplätzen, „die der Markt nicht hergibt“. Die Bandbreite reiche von administrativen Tätigkeiten in Schulen über Einsätze am kommunalen Bauhof bis zur Alltagsbegleitung pflegebedürftiger Menschen.

Durch die Aktion sollen 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze bei Gemeinden oder gemeinnützigen Organisationen entstehen. Die gesamten Lohn- und Lohnnebenkosten werden dabei vom AMS übernommen, allerdings nur für zwei Jahre. Danach müssen die Gemeinden die Mitarbeiter anstellen oder für die Betroffenen beginnt die Arbeitssuche erneut.

SPÖ fordert 300 Stellen im Landesdienst
Laut AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler zeige die Statistik aber einen positiven Trend: „Langfristig gesehen sind 53 Prozent der Personen zehn Jahre nach ihren Arbeitsbeginn noch beim gleichen Dienstgeber oder einem anderen beschäftigt. Das heißt, wenn von 100 Betroffenen 53 weiterbeschäftigt werden, ist das ein Riesenerfolg.“ Denn ohne die Aktion „hätten wir nicht einmal einen weiterbeschäftigt“, sagte Fakler.

Franz Schnabl, Vorsitzender der SPÖ Landespartei, fordert deshalb, dass sich auch das Land an der Aktion beteiligt und „300 Stellen im Bereich der Landesverwaltung und des Landesdienstes schaffen soll.“ Vor allem in den Bereichen der direkten Landesverwaltung, Straßenverwaltung oder Notrufzentrale gebe es freie Kapazitäten. Anfang 2018 soll die „Aktion 20.000“ jedenfalls auf alle Bezirke Österreichs ausgeweitet werden.
Quelle orf noe
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