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Erhöhtes Unfallrisiko durch Grippemedikamente

Medikamente gegen Husten, Schnupfen oder Grippesymptome beeinflussen oft die Fahrtüchtigkeit, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Das Wissen der Konsumenten über diese Gefahr sei mangelhaft, heißt es.
Die Experten des Kuratorium für Verkehrssicherheit schätzen, dass 3.000 bis 9.000 Verkehrsunfälle pro Jahr in Österreich direkt oder indirekt auf Medikamenteneinnahme zurückzuführen sind. Auch das Wissen der Autofahrer weist laut KFV Lücken auf. Aus Befragungen geht hervor, dass 29 Prozent der Befragten denken, dass rezeptpflichtige Medikamente beim Lenken bedenkenlos sind - was nicht in jedem Fall stimmt.

Warndreieck auf Verpackungen
24 Prozent der Befragten kennen die Bedeutung des Warndreiecks mit Rufzeichen auf den Verpackungen nicht. Doch genau dieses Zeichen weist auf eine Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit hin. Diese kann sich sich z.B. in zu geringerer Aufmerksamkeit, vermindertem Reaktionsvermögen oder Müdigkeit äußern. Manche Medikamente beeinflussen das Urteilsvermögen und die Selbsteinschätzung, sie können zu Fehleinschätzungen von Gefahrensituationen führen.

Besonders bei Hustenmitteln sollte man wachsam sein, warnt der Gloggnitzer Apotheker Peter Gonda: „Da gibt es auch zentral wirksame, stark hustenberuhigende Arzneimittel, die zum Teil rezeptpflichtig oder auch rezeptfrei sind. Bei denen muss man hervorheben, dass da tatsächlich eine Einschränkung der Fahrtauglichkeit gegeben ist. Bei manchen derart, dass man kein Auto in Betrieb nehmen sollte, bei manchen sollte man zumindest keine langen Strecken fahren.“

Bei Grippe würden Medikamente hingen die Fahrtauglichkeit eher wieder herstellen, so Gonda. „Bei Grippe ist das eigentliche Problem die Erkrankung selbst, die fahruntauglich macht, etwa durch Fieber, Kopfschmerzen, tränende Augen, Müdigkeit. Da können Arzneimittel sogar eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit wieder herstellen“, so Gonda.

Apotheken-App informiert über Medikamente

Eine kostenlose Handyapp der Apotheker („Apo-App“ für iOS und Android) zeigt, ob es bei dem Medikament, das man eingenommen hat, Probleme mit der Fahrtüchtigkeit geben kann oder nicht. Genauere Informationen über Wechselwirkungen erhält man in der Apotheke. „Zum einen gehört geklärt, ob sich das Medikament mit anderen Arzneien, die man bereits nimmt, verträgt. Das ist häufig kein Problem, kann aber durchaus ein ernstzunehmendes Problem sein. Da braucht man nur den Apotheker fragen, der gibt einem eine vernünftige Antwort“, so Gonda.

Neben der Gefährdung der eigenen Sicherheit und der anderer kann die Einnahme von beeinträchtigenden Medikamenten auch finanzielle Folgen haben. Denn wer durch Medikamente beeinträchtigt einen Unfall verschuldet, dem drohen Strafen von bis zu 700 Euro, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Quelle orf noe
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