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Egal womit, Hauptsache zugedröhnt

Das ist der außergewöhnlichste Schwachsinn, der jungen Menschen überhaupt einfallen kann." Der Ermittler hat schon viel gesehen in der Drogenszene. Aber was sich am Wochenende am Parkplatz der St. Pöltner Disco "Warehouse" abgespielt hat, haut sogar ihn aus den Socken. Wie berichtet, nahmen drei 17-Jährige ein Gemisch aus Felgenreiniger und Fruchtsaft zu sich - und brachen bewusstlos zusammen.
Seltenheitswert haben derartige Berauschungsversuche leider nicht. Aber Felgenreiniger? Nein, das sei nicht der Renner, ist aus der Drogenszene zu hören. Pferdebetäubungsmittel seien angesagt. Obwohl vor dem Narkosemittel Ketamin - in der Szene mit Namen wie K, Kate, Barbara, Ket, Kitty, Vitamin K, Keta verharmlost - sogar auf einschlägigen Internetforen gewarnt wird.

"Keta is leicht aufzutreiben. Und, ja es is ne geile Droge", prahlt ein Xanax. Die Reaktion von Phone folgt prommt: "Oida! Lass die Finger vom Keta! Bullenbetäubungsmittel, extrem schädlich, Gehirnzellenmassaker vorprogrammiert!" Sein kurzer Erfahrungsbericht schockiert: "Außerkörperliche Erlebnisse, Sterbensangst, Kontrollverlust über die Körperfunktionen (anpissen etc.) Keta ist Absturz."

Ketamin ist zwar in Österreich verschreibungspflichtig, dem Suchtmittelgesetz unterliegt es aber nicht. Großbritannien hat dem rasant ansteigenden Gebrauch der Droge im Jänner 2006 den Riegel vorgeschoben und das Medikament als Droge eingestuft. Sprich, privater Besitz ist strafbar. Bis zu zwei Jahre Haft drohen - für den Handel sogar bis zu 14 Jahre.
"Wir sind weder Insel der Seligen, noch Hort des Bösen", sagt Wolfgang Matzl, Jugendkoordinator der Landeshauptstadt über die Szene. Das Konsumieren von Felgenreiniger ist bisher noch nicht aufgetaucht.

Der Konsum von Poppers hingegen ist allgemein bekannt. Rauschgefühle und Prickeln in den Gliedmaßen soll das Zeug für Sexabenteuer bewirken. Besonders Kreative sollen das eigentliche Medikament gegen Angina Pectoris schon getrunken haben, der junge Mann brach bewusstlos zusammen.

"Bedenklich ist, dass Jugendliche durch die moderne Informationsgesellschaft zum Wissen kommen, sich mit solchen Chemikalien in einen Rauschzustand zu versetzen", meint Polizeimajor Siegfried Sautner. Derzeit wird das Gebräu analysiert. Angeblich ist "Felgenreiniger" nur ein Szene-Begriff. Vermutlich handelt es sich um ein Reinigungsmittel, das die Burschen aus Deutschland bezogen haben.

Die drei wurden von der Polizei noch nicht einvernommen. Staatsanwalt Gerhard Sedlacek: "Wer freiwillig so etwas trinkt, ist dafür selbst verantwortlich." Strafbar (Körperverletzung) macht sich, wer um die Gefahr weiß und das Mittel einem Ahnungslosen kredenzt. 
Quelle Kurier
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